Die Aufgaben der Immobiliengutachter

Immobiliengutachter müssen über ein großes Wissen über Immobilien verfügen. Sie werden als Immobiliensachverständige häufig für die Bewertung von Immobilienfragen zu Rate gezogen. Das Berufsbild des Immobiliengutachters gibt es offiziell allerdings nicht, da es keine gesetzliche Definition gibt. Damit sind die Berufsbezeichnungen Immobiliensachverständiger und Immobiliengutachter nicht geschützt.

Jede Person ist damit berechtigt die Berufsbezeichnung zu tragen, sofern die Person über ausreichend Fachwissen über Immobilien verfügt und die Regelungen für Immobiliengutachter einhält. Natürlich da die Bezeichnung Immobiliengutachter nicht irreführend verwendet werden und kein unlauterer Wettbewerb daraus folgen. Gegen die Regeln verstößt beispielsweise, wer keinerlei entsprechende Fachausbildung nachweisen kann.

Selbstverständlich muss sich ein Gutachter grundsätzlich in seinem Spezialgebiet besonders gut auskennen. Entsprechend muss der Immobiliensektor in allen Einzelheiten dem Immobiliengutachter im Blut liegen. Unter anderem gehört ein gewisses Fachwissen im Bauwesen und in der Architektur dazu, um eine Beurteilung von Immobilien vornehmen zu können.

Meistens werden Immobiliengutachter bei Immobilienfinanzierungen bzw. beim Immobilienkauf als Ratgeber hinzugezogen. Die Entscheidungen fällt allerdings nicht der Immobiliengutachter. Er liefert lediglich die relevanten Informationen für eine Kaufentscheidung. Der Immobiliengutachter schätzt aufgrund seiner Erfahrung und seines Fachwissens den Zustand und den Wert der jeweiligen Immobilie für die beteiligten Parteien ein.

Diese Schätzung bildet die Grundlage für ein Wertgutachten, mit dem der Kaufinteressent zu einer Kaufentscheidung oder zu einer Immobilienfinanzierung kommen kann. Die kreditgebende Bank wird das Gutachten des Immobiliengutachters als Einschätzung über den Immobilienwert für eine Kreditbewilligung oder –ablehnung zu Grunde legen. Das Immobiliengutachten stellt die Basisinformationen zusammen, die für eine klare Kaufentscheidung notwendig sind. Der Kaufinteressent erhält einen Überblick über den Zustand und den für die Immobilie angemessenen Kaufpreis. Kreditinstitute stufen die bewerteten Immobilien je nach Falllage als finanzierungsfähig oder auch nicht ein. Natürlich sind auch die Konditionen, die das Kreditinstitut gewährt, vom Immobiliengutachten ab.

Für die Immobilienbewertung werden verschiedene, klassische Wertermittlungsverfahren angewandt. Gemäß der WertR, WertV und ImmoWertV kann der Immobiliengutachter das Ertragswertverfahren, das Vergleichswertverfahren und das Sachwertverfahren anwenden, um den Immobilienwert zu bestimmen. Mittlerweile kommt aber immer häufiger auch die Kapitalwertmethode DCF (Discounted-Cash-Flow).

Bei der Bewertung einer Immobilie sind natürlich auch finanzielle und wirtschaftliche Aspekte sowie Erkenntnisse über Steuern, Recht, Bautechnik, Markt und Wettbewerb unerlässlich und müssen vom Immobiliensachverständigen im Gutachten berücksichtigt werden. Als Immobiliengutachter muss sich der Immobiliensachverständige natürlich mit allen Verfahren auskenn, um eine seriöse Bewertung der Immobilie vornehmen zu können.

Ein Immobiliensachverständiger muss also bestimmte Fachkompetenzen erlernen und vorweisen, um den nicht geschützten Beruf als Immobiliengutachter aufüben zu dürfen. Nur dann, wenn sein Fachwissen über das eines normalen Immobilienmaklers hinausgeht, darf er sich auch als Immobiliengutachter bezeichnen.

Ein Hochschulstudium ist daher als Grundvoraussetzung für den Beruf des Immobiliengutachters anzusehen. Darauf folgen Schulungen, Weiterbildungen sowie mehrjährige Berufspraxis. Eine Direktausbildung kann aufgrund der Vielseitigkeit des benötigten Fachwissens in der Regel nicht absolviert werden. Im Regelfall sollte zunächst ein Abitur oder Fachabitur vorliegen, die für die Zulassung für ein Hochschulstudium.

Die Zertifikate für Immobiliengutachter können in Deutschland sehr unterschiedlich aussehen. Schließlich gibt es nicht nur staatlich anerkannte Zertifiktate, sondern auch von der EU ausgestellte Nachweise und Zertifikate für freie Immobiliengutachter und –sachverständige. Daraus resultiert, dass es Immobilieninteressenten häufig schwerfällt, im Vorfeld die Qualifikation eines Immobiliensachverständigen bzw. Immobiliengutachters korrekt einzuschätzen.

Eine wichtige Voraussetzung für die Tätigkeit des Immobiliengutachters stellt die schriftliche Ausdrucksfähigkeit dar. Schließlich muss der Immobiliensachverständige die Immobiliengutachten in der Regel schriftlich ausfertigen. Die Immobiliengutachten müssen natürlich übersichtlich und verständlich für den Immobilieninteressenten, der kein spezifisches Fachwissen mitbringt, sein. In der Terminologie sollte der Immobiliensachverständige entsprechend möglichst nicht ausschließlich mit Fachjargon aufwarten. Das Immobiliengutachten wird schließlich, zu dem Zweck andere mit Kenntnissen zu versorgen erstellt.

Die Aufgabenbereiche eines Immobiliengutachters sind weitverzweigt. So kann der Immobiliensachverständige in einem Unternehmen als Angestellter tätig sein oder als selbstständiger Immobiliengutachter arbeiten. Freie Immobiliengutachter werden von Banken, Betrieben, Unternehmen oder Privatpersonen für Immobilienprojekte und jede Art von Immobilienfragen hinzugezogen.